Alternative Medizin, Homöopathie & Therapien

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Wissenschaft

1. April 2008
Autor: Nicole

Bekannt wurde die Dorn-Therapie vor allem durch das Fernsehen. Der Fernsehpfarrer Jürgen Fliege predigte in seiner Sendung mehrmals hintereinander die positiven Auswirkungen dieser, von einem medizinischen Laien erfundenen, Methode.

seitlich © FlickrDie Fernsehwerbung hatte ihr Ziel nicht verfehlt, denn auf einmal interessierten sich Tausende für die Methode, die oft in einem Atemzug mit der Massage nach Breuss erwähnt wird. Besonders in der Physiotherapie wird die Dorn-Therapie abgelehnt.
Die Kritik greift in erster Linie die These des Beckenschiefstandes an.

Dazu ein Zitat von einer Website aus physiotherapeutischen Fachkreisen:

“Die Dorn-Methode sieht die Ursache der meisten Rückenschmerzen in einem Beckenschiefstand in Folge eines angeblich aus der Gelenkpfanne um bis zu vier cm herausgerutschten Hüftgelenkes. Diese Vorstellung ist anatomisch-physiologisch absurd. Wäre dies tatsächlich zutreffend, würden sich die betroffenen Patienten vor Schmerzen schreiend am Boden wälzen und sicherlich nicht zu Fuss und aus eigener Kraft einen Behandler aufsuchen können.”

Weiter heißt es, dass auch die Annahme, Wirbel könnten ihre Position verlassen und sich verschieben, nicht deckungsgleich mit anatonischen Kenntnissen ist. Dorn selbst äußerte sich folgendermaßen zu dieser Anschuldigung:

“Wenn ich anatomische Kenntnisse gehabt hätte, hätte ich alles so kompliziert gesehen, daß ich mich vieles nicht getraut hätte.”

amandabollinger © Flickr weiter Lesen »


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26. Februar 2008
Autor: Nicole

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) verfügt über viele phytomedizinische Arzneien. Forscher aus Österreich, Deutschland und China testen jetzt gemeinsam die Wirkung der Heilpflanzen in der Krebstherapie.

Untersucht werden insgesamt 76 Pflanzen, von denen sich die Forscher einen Heilerfolg bei der Bekämpfung bösartiger Tumore erhoffen. Die Test zeigen, Pressemitteilungen zufolge, erste positive Ergebnisse. Bisher konnte man 18 Kräuter herausstellen, die im Labor Krebszellen am Wachstum hinderten. Im weiteren Verlauf der Forschungen sollen diese Heilkräuter nun weiter untersucht und in ihre einzelnen Wirkstoffe zersetzt werden. So könne man feststellen, welche Substanzen den Heilerfolg erzielen können, teilt das Internetportal “monterandcritics” mit. Der Rotwurzel-Salbei enthält ersten Ergebnissen zufolge sogar drei Wirkstoffe, die in der Krebstherapie eingesetzt werden könnten.

Forschung auch gegen Krebs erfolgreich? © flickr / jurvetson

Die Erforschung von pflanzlichen Wirkstoffen gegen Krebs ist nicht neu. Einige Medikamente auf dem Markt wurden sogar schon aus natürlichen Rohstoffen gewonnen. So kann beispielsweise Brustkrebs mit Taxanen aus der Eibe therapiert werden.
Vor kurzem fanden Wissenschaftler außerdem heraus, dass auch Sport während der Krebsbehandlung Erfolge erzielen kann. Test ergaben, dass körperliche Betätigung das Risiko für bestimmte Krebsarten deutlich minimiert. Ferner kann Sport sogar die Rückfallquote vermindern. Diese Ergebnisse geben der Therapie ganz neue Ansätze, gingen Mediziner doch bisher davon aus, dass Sport Krebspatienten zu sehr belasten würde.


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21. Februar 2008
Autor: Nicole

Das Landgericht Mainz hat über die Klage des DZVhÄ gegen das ZDF entschieden. Der Deutsche Zentralverband homöopathischer Ärzte berichtet auf seiner Homepage über das Ergebnis.

Die Waage der Gerechtigkeit © flickr / PunxutawneyphilWie vor kurzem bekannt wurde, geht das ZDF aus dem Prozess als Gewinner hervor. Die Urteilsbegründung liege zwar noch nicht vor, die Klage wurde jedoch, so heißt es in den “Homöopathischen Nachrichten” des DZVhÄ, wegen eines Formfehlers abgewiesen. Wie schon vor Prozessbeginn vermutet, trug ein Umstand dazu bei: Die Aussage, „In keiner wissenschaftlichen Studie waren die homöopathischen Mittel wirksamer als die Placebos.“ (Homöopathische Nachrichten Januar/Februar 2008), die vom Verband homöopathischer Ärzte moniert wurde, betreffe keine natürliche Person und biete dementsprechend kein Recht auf eine Gegendarstellung.

Nach Angaben des DZVhÄ sollte diese vom ZDF gesendet werden und folgendermaßen lauten: „Diese Behauptung ist unrichtig. In zahlreichen, nach wissenschaftlichen Regeln durchgeführten Einzelstudien und auch in Metaanalysen konnte eine signifikante Überlegenheit homöopathischer Arzneimittel gegenüber Placebos nachgewiesen werden.“

Der Verband bedauert den Ausgang der Verhandlung sehr. Vor allem der Umstand, dass es hier nach Meinung des Vorstandes eine Lücke im Presserecht gäbe, die es zulasse, Dinge zu verunglimpfen, solange keine Namen genannt werden, ruft bei den Betroffenen Kritik hervor. Ganz nebenbei: Über die Aussage an sich wurde nicht verhandelt.

Tabletten © flickr / Shutr


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13. Februar 2008
Autor: Nicole

Unter dem Titel “Zeichen die heilen” findet im April am Ammersee eine Tagung statt, die sich mit der “Neuen Homöopathie” auseinandersetzt.

Die Grundlagen der Homöopathie sind ja hinlänglich bekannt. Neu ist mir die Abwandlung dieser Leitsätze Hahnemanns. Bei der Bewegung der “Neuen Homöopathie”, die von Erich Körbler (Elektrotechniker und Lebensenergie-Forscher) initiiert wurde, geht es um die Homöopathie als Informationsmedizin. Ein Bericht dazu:

Victor Geere © Flickr

“Sie verbindet die Traditionelle Chinesische Medizin mit den neuesten Erkenntnissen der Physik und der Radiästhesie und verzeichnet bei allen inzwischen aus ihr hervorgegangenen Schulen erstaunliche Heilerfolge. Hierbei werden Strichkombinationen und Symbole an bestimmten Punkten auf den Körpermeridianen aufgemalt, die Informationen umwandeln und somit das Schwingungsfeld und das gesamte Energiesystem wieder in Harmonie bringen.”

Zur unterstützenden Behandlung verwendet man “Heilwasser”, das bestimmte Informationen enthält. Das mutet äußerst ganzheitlich an, klingt für mich jedoch zunächst wie eine Mixtur aus Bach-Blüten (Informationen!), Phytomedizin und Hokuspokus, denn die richtigen Punkte auf dem Körper werden anhand einer Rute gefunden. Über die angesprochenen “erstaunlichen Heilerfolge” habe ich keine Studien gefunden. Es ist fraglich, ob diese, wahrscheinlich auf Laienhomöopathie ausgerichtete Behandlungsform das hart erkämpfte Ansehen der klassischen Homöopathie voranbringt. Ich denke sie ist viel eher ein gefundenes Fressen für naturwissenschaftlich-ausgerichtete Kritiker.


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7. Februar 2008
Autor: Nicole

Heiltee erfreut sich als unterstützende Maßnahme bei Krankheiten wie grippalen Infekten und Schlafstörungen wachsender Beliebtheit. Die unterschiedlichen Sorten von Salbei- bis Husten-und Bronchialtee füllen in Apotheken mittlerweile ganze Ständer. Auch der, meiner Meinung nach etwas in Vergessenheit geratene, Schwarztee gehört dazu.

Schwarzer Tee enthält unter anderem Gerbstoffe, ätherische Öle und Koffein. Im Gegensatz zum Kaffee, der seine Wirkung über das Herz-Kreislauf-System entfaltet, wirkt das Koffein aus Tee direkt im Gehirn. Dort regt es den Stoffwechsel und die Durchblutung an. Außerdem soll durch regelmäßige Einnahme auch Entspannung gefördert und Stress abgebaut werden.

Schwarzer Tee - gesund und variantenreich © flickr / BotheredByBees

Wie das Magazin “Naturheilkunde und Gesundheit” (gibt es kostenlos in der Apotheke) berichtet, sollte man bei der Einnahme auf Milch verzichten. Denn der Effekt des enthaltenen Katechin, das die Durchblutung im ganzen Körper anregt und sich somit positiv auf Herz und Kreislauf auswirkt, wird durch Zugabe von Milch aufgehoben. Lange diskutierten Mediziner nur darüber, nun hat eine Studie der Charité Berlin es belegt. Vorbild der Diskussion ist, wie so oft Asien. Denn hier wird Tee traditionell ohne Milch getrunken. Das finde ich sehr symphatisch, denn Milch und Tee gehen für mich gar nicht zusammen. Aber gut, jeder wie er mag. Übrigens berichtet das Magazin auch, dass Medizinaltees generell ohne Zusätze eingenommen werden sollen. Da bewahrheitet sich wieder, dass Medizin am besten hilft, wenn sie nicht schmeckt. ;) Wer unter Husten leidet hat noch Glück im Unglück: Bronchialtees dürfen mit Honig getrunken werden. Schließlich wirkt dieser keimhemmend und beruhigend bei Entzündungen.

Weitere interessante Infos zum Schwarzen Tee auf blogmed


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1. Februar 2008
Autor: Nicole

Einige haben vielleicht schon davon gehört oder es mit eigenen Augen sehen können: Herr Bublath, der Vorzeige-Wissenschaftler des ZDF, hatte was zu sagen. Das ist an sich erstmal nicht weiter verwerflich, nur was der naturwissenschaftlich ausgerichtete Moderator da so preisgab, war schon erstaunlich.

Im September 2007 strahlte das ZDF eine Sendung über Alternativmedizin aus. Interessierte Zuschauer stellten sich auf eine wissenschaftlich-kritische Auseinandersetzung ein. Kritisch wohlgemerkt, nicht in der Tradition einer Propaganda gegen die Homöopathie und andere alternative Ansätze. Doch genau dieses Ziel schien Joachim Bublath anzustreben. Wie sonst soll sich der Interessierte Zuschauer erklären, dass da am Anfang der Sendung eine Reihe “Wunderheiler” vorgestellt und dekonstruiert wurden. Es folgte ein Abriss über Methoden wie “Klostermedizin” und Ayurveda, bevor dann die Homöopathie ihr Fett weg bekam. Unter anderem ging es auch um die Kontroverse, die nach dem Lancet-Artikel entstand. Jeder, der in irgendeiner Weise Interesse an der Homöopathie zeigt weiß auch von der Diskussion um den Placeboeffekt. Und dass die Lehren Hahnemanns unterschiedlich interpretiert werden, ist ein alter Hut. Dennoch, die Lobbyisten brachte die Sendung zur Weißglut, unangemessene Reaktionen waren die Folge.

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) klagte gegen die Behauptung, die Homöopathie wirke nicht besser als jeder Placebo. Zumal diese wirklich pseudowissenschaftlich unterlegt war. Da wurde erklärt, die Homöopathie wirke bei Tieren nur, weil sie während der Behandlung erhöhte Zuwendung erfahren würden. Jeder, der einem Tier schon einmal ein Medikament, sei es homöopathisch oder nicht, einzuflößen versuchte, wird hier lauthals lachen. Wenn Zuwendung hier mit erhöhtem Stress gleichgesetzt wird, dann kuriert sich das Tier wohl eher dadurch. Homöopathische Arzneien wirken auch bei Kindern, die sich den Placeboeffekt nicht einbilden können. Auch auf dieses “Problem” weiß die Bublath´sche Redaktion natürlich eine Antwort: das Gehirn ist schuld. Ich möchte nicht missverstanden werden und bin immer offen für wissenschaftliche Auseinandersetzung. Aber bitte nicht, wenn man sich dabei selbst widerspricht, um Quote zu machen und Aufmerksamkeit zu erregen. Hinzu kommt die fragliche Einseitigkeit, die Unumstößlichkeit, mit der hier gehandelt wird, um sich zu profilieren.

Nun soll es am 1. Februar in Mainz endlich zu einem Abschluss kommen. In dem Gegendarstellungsverfahren gibt es nur ein Problem, dass der Homöopathielobby sauer aufstoßen wird. Eine Gegendarstellung beruht nämlich auf einer einfachen Grundlage: Eine Person, namentlich erwähnt, wird öffentlich falsch dargestellt, zitiert etc. Nun ist “die Homöopathie” auffällig weit von dieser Definition entfernt. Doch gerade das ist den Vertretern des DZVhÄ ein gehöriger Dorn im Auge. So argumentiert Lars Broder Stange, Vorsitzender des Vereins: „Wir halten es für eine Lücke im Presserecht, wenn beliebige falsche Behauptungen aufgestellt werden können, solange nur keine Namen genannt werden.“

Schon im Oktober war ein Richter während der ersten Verhandlung um eine Einigung bemüht. Vertreter der Homöopathie sollten in einer wissenschaftlichen Sendung zu Wort kommen und Fehlbehauptungen richtigstellen. Leider wurde der Termin kurzfristig gecancelt. Das ZDF hatte wohl besseres zu tun: die Mitschnitte der Sendung aus dem Netz nehmen und schonmal einen Nachfolger für Joachim Bublath suchen vielleicht. Dieser gibt nämlich, wie unlängst bekannt wurde, eine seiner Sendungen - “Abenteuer Forschung” - ab. Aus Altersgründen, wie der Sender verlauten lässt. Es muss nicht zwangsläufig miteinander zu tun haben, aber schon kurz nach dem ganzen Hype um die Sendung bemerkte der Moderator die mangelnde Unterstützung seines Senders: „Da haben sich einige offenbar erschreckt“, so seine Interpretation.

Wer die Sendung verpasst hat, kann sie hier nochmal sehen:


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23. Januar 2008
Autor: Nicole

Schon vor 6000 Jahren wusste man um die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Die Phytotherapie kann also eine ausschweifende Geschichte vorweisen.

Die Phytomedizin war schon im alten Ägypten bekannt. © FlickrWissenschaftler entdeckten erste Zeugnisse der Beschäftigung mit Heilpflanzen, deren Alter auf 6000 Jahre geschätzt wurde. Es handelt sich dabei um Tontafeln aus der Umgebung des Persischen Golfs, die mit Keilschrift versehen sind. Die alten Ägypter beschäftigten sich, Dokumenten zufolge, ebenso mit der Pflanzenheilkunde. Eine Schrift weist darauf hin, dass sie bereits über 600 Pflanzen und ihre möglichen Beschwerdebilder kannten. Die Geschichte führt uns danach weiter nach China, wo 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung ein Buch entstand, dass sich mit Phytomedizin befasste. Danach finden sich Spuren in der Antike, etwa 2500 Jahre später. Man schreibt sie dem Arzt Hippokrates zu. Im ersten Jahrhundert vor Christus lässt sich die Geschichte der Pflanzenheilkunde weiter verfolgen: Ein Buch des Arztes Dioskorides lehrt über Wirkungen von Pflanzen. Aus dieser Epoche stammt auch das Werk des Römers Plinius Secundus. Er verfasste ein Lexikon der Heilpflanzen in insgesamt zwölf Bänden.

In Klostergärten überdauerte das Wissen lange Zeit. © FlickrAls Urheber der Pflanzenheilkunde gilt Claudius Galenius, der im zweiten Jahrhundert der modernen Zeitrechnung wirkte. In Deutschland entwickelte sich die Pflanzenheilkunde im kirchlichen Umfeld weiter. Im Mittelalter wuchsen Heilpflanzen in den Gärten der Klöster. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Äbtissin Hildegard von Bingen zu nennen, die Werke zur Ursache und Behandlung von Krankheiten verfasste und dabei das Wissen der Volksmedizin über Pflanzen verarbeitete. Aus diesem Umfeld stammt auch Paracelsus. Er erkannte, dass ein Heilkundiger vom Äußeren einer Pflanze auf ihre Wirkung schließen kann. Die Methode ging unter dem Begriff “Signaturenlehre” in die medizinische Geschichte ein. In der Folgezeit sorgte vor allem die Inquisition dafür, dass ein weitreichender Teil des mittelaterlichen Kräuterwissens verloren ging. Es dauerte lange, bis die Phytotherapie wiederentdeckt wurde. Unter anderem ist es Sebastian Kneipp zu verdanken, der die Lehre im Volk weiter bekannt machte.

Im 20. Jahrhundert entstand der erste Lehrstuhl für Phytotherapie in Deutschland. Initiator dieser Entwicklung war der Arzt Dr. Rudolf Fritz Weiß. Ab diesem Zeitpunkt steigerte sich die wissenschaftliche Auseinandersetzung und in der Folge auch die Anerkennung durch die konventionelle Medizin. Heute wächst die Popularität wieder enorm. Es gibt eine Spaltung zwischen Anhängern unkonventioneller Medizin, wie der Bach-Blüten-Therapie und der Homoöpathie, und den den Verfechtern der klassischen Schulmedizin.


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22. Januar 2008
Autor: Nicole

Der Begriff “Phytotherapie” klingt nach einer modernen Erfindung unserer Zeit. Dieser “Hauch von Moderne” gewinnt jedoch an geschichtlicher Bedeutung, wenn man weiß, dass Phytotherapie nichts anderes als “Pflanzenheilkunde” ist.

Gingko - ein beliebtes Medikament gegen Konzentrationsstörungen. © FlickrGrundlage ist die Verwendung von Pflanzen als Arzneien. Dabei werden, je nach Wirkweise der Bestandteile, Wurzeln, Blüten, Knospen, Blätter, krautige wie holzige Teile und Früchte verarbeitet. Dies geschieht durch Herstellung von Auszügen aus Kräutern und Heilpflanzen, ferner durch Kaltwasserauszüge, auskochen und Aufgüsse. Eine weiterer Methode ist die Verwendung des frischen Krauts. Pflanzenheilkunde ist ein weltweites Phänomen. Alle Kulturen blicken auf eine lange Geschichte diesbezüglich zurück. In Deutschland sind die historischen Figuren Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp Aushängeschilder der traditionellen Phytotherapie. Aus dem Asiatischen Raum dürften die Traditionelle Chinesische Medizin und die Sino-japanische Phytotherapie einer breiten Masse bekannt sein. Auch Hippokrates beschäftigte sich mit der medizinischen Wirkung von Pflanzen.

Johanniskraut  © FlickrDie Phytotherapie findet sowohl in der evidenzbasierten als auch in der alternativen Medizin Anwendung. “Evidenbasiert” weist darauf hin, dass hier nur Pflanzen verarbeitet und genutzt werden, deren Wirkung sicher in Doppelblindstudien (nach komplizierten wissenschaftlichen Standards) nachgewiesen ist. Die Homöopathie, deren Wirkweise ja auch schon in unzähligen Studien untersucht wurde, kümmert sich weniger um den wissenschaftlichen Nachweis. Dies muss aber nicht bedeuten, dass die verwendeten Wirkbestandteile nicht heilen könnten. Das Problem bei streng wissenschaftlichen Studien ist, meiner Meinung nach, ihre mangelnde individuelle Ausprägung (auf der Wisseschaft, das muss man dazu sagen, basiert). Oft führen sie zu völlig unterschiedlichen, manchmal geradezu widersprechenden Aussagen. Im Zuge der immer größeren Popularität der alternativen Medizin wird seit Jahren diskutiert, ob die Wirkung nur von einem Placebo-Effekt herrührt. Doch auch hier scheiden sich die Geister. Denn, wenn etwas wirkt, so die Anhänger der Homöopathie, ist es doch völlig unzulänglich, auf welche Weise dies geschieht. Fakt ist, dass die meisten Pflanzen bei der Einnahme weniger Nebenwirkungen hervorrufen, als chemische Arzneien. Vorsicht ist dennoch geboten, denn “weniger” heißt nicht “gar keine”. So stellte man in unterschiedlichen Studien, beispielsweise über Johanniskraut, fest, dass Wechsel- und Nebenwirkungen durchaus auftreten können.

Hier eröffnet sich ein weiteres Problem: Man kann nicht davon ausgehen, dass zwei Medikamente mit dem selben Wirkstoff auch die selbe Wirkweise zeigen. Es kommt auf die Dosierung und die weiteren Wirkstoffe an. Darüber hinaus ist es auch von Bedeutung, ob man Medikamente aus der Apotheke, oder nur Präparates aus dem freien Handel erwirbt. Letztere gelten als “Nahrungsergänzungsmittel” und unterliegen damit nur wenigen Standards. Auch in der Phytotherapie ist damit der Grundsatz gegeben: bei leichten Beschwerden wie Schnupfen, Schlafstörungen und auch bei “Burn-Out” und leichten Wechseljahrsbeschwerden kann man versuchen, sich selbst zu behandeln, stärkere, chronische und langanhaltende oder in ihrer Herkunft ungeklärte Symptome gehören immer in die Hände eines Arztes.


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6. Januar 2008
Autor: Nicole

Der Krieg zwischen Homöopathie-Anhängern und Schulmedizinern besteht schon seit geraumer Zeit. Was den Konflikt mehr denn je verschärfte, war ein Artikel der medizinischen Fachzeitschrift “The Lancet” im Jahre 2005. Da wurde nicht nur die Wirksamkeit der Homöopathie untersucht, sondern auch sehr medienwirksam im zugehörigen Editorial die Abschaffung dieser komplemetärmedizinischen Disziplin gefordert.

Hahnemann, Begründer der Homöopathie. © FlickrWie man in einem Artikel von Claus Fritzsche auf der Seite “Readers-Edition” vernehmen kann, scheint der Streit ein vorläufiges Ende gefunden zu haben. Erfreulich für die Anhänger der Homöopathie: sie können einen Erfolg verbuchen! Was das heißt und wie es dazu kam, ist sehr umständlich zu erklären, wenn man alle Details einbeziehen will. Ich selbst habe mich bei meinen Recherchen lange durch Artikelfluten “gewühlt”, deren Aussagekraft und Komplexität den Rahmen eines Beitrags sprengen würden. Deswegen weiche ich von einer wissenschaftlich wie chronologisch diffizilen Darstellung ab. Die hat ohnehin schon Herr Fritzsche in seinem sehr informativen Artikel vorgestellt. Ich beziehe mich auf das, was ein Beitrag von Klaus Linde im Internet mir vermittelte.

Wie alles begann

Die Ausgangslage war also der Artikel von A. Shang und Kollegen im Lancet. Dieser und vor allem das Editorial von Mathias Egger sorgten bekanntlich für Aufruhr. Die darin dargestellte Meta-Analyse von Egger und seinen Kollegen beruhte auf Daten einer vorhergehenden Analyse von dem bereits erwähnten K. Linde und Anderen aus dem Jahre 1997. Linde verschweigt nicht, dass es schon hier einige problematische Ausgangsaspekte gab, die sich auf die wissenschaftliche Aussagekraft der Studie auswirken könnten. Hierzu gehört zum Beispiel das, durchaus mit Argumenten belegte, “Zusammenwürfeln” (poolen) von Studien, die so eigentlich nicht zusammengehören. Ziel dieses “Poolens” war es, den Placebo-Effekt der Homöopathie zu untersuchen. Fazit war: Die Zusammenlegung aller Studien zur Homöopathie ergab eine eindeutige Überlegenheit dieser Disziplin gegenüber dem Placebo-Effekt. Die Daten der heiß diskutierten Studie wurden von dem Team um M. Egger schon 2001 untersucht. Zu diesem Zeitpunkt war bereits Linde klar, dass er die Effekte in seiner Studie deutlich überschätzt hatte. Egger und Kollegen untersuchten die Daten Lindes und bezogen auch neuere Studien mit ein. Natürlich hatte man auch die Analyseinstrumente zu diesem Zeitpunkt bereits verbessert.

Das Ergebnis

Soweit ein kleiner Einblick in den Hintergrund. An Eggers Artikel im Lancet wurde am meisten kritisiert, dass die Daten dem Leser nicht zur Verfügung gestellt wurden, somit also nicht nachzuvollziehen waren. Außerdem wurde die individualisierte Homöopathie nicht berücksichtigt. Sie wird aber in Europa am häufigsten praktiziert.
Es folgten Irrungen und Wirrungen um das Portal Wikipedia, das eine falsche Darstellung zuließ, mehr und mehr Kritik wie zum Beispiel im Artikel “Das Ende des deutschen Fussballs” und schließlich die Feststellung, dass ein methodisch ausgereifteres Analyseverfahren der Schweiz, in dem auch die berühmt-berüchtigte Studie Shangs und Eggers bewertet wurde, zu dem Schluss kam, dass die Wirksamkeit der Homöopathie belegt werden kann. Alle, die von jeher daran glaubten, jubeln - zurecht - alle anderen werden weiter ihre Wirkungsmechanismen in Frage stellen. Wie auch immer. Die Nachricht: ein schöner Teilerfolg für die Anhänger der Homöopathie, vielleicht ein Waffenstillstand, aber ganz sicher nicht das Ende der Fehde. Vielleicht ist das auch besser so. Kritik regt den Fortschritt an und intensiviert die objektive Auseinandersetzung mit einem Thema, hoffentlich! Denn, was die Streithähne oft vergessen, es geht darum, zu heilen. Und zwar in der Schulmedizin wie auch in der Homöopathie.


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